Junge Unternehmer netzwerken zum Thema „Unternehmensnachfolge“ bei Schulz-Dobrick

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Auf Einladung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband e.V. (BVMW), Kreisverband Kreis Mettmann und Düsseldorf, trafen sich am Abend des 21. Juni 2018 knapp 20 Jungunternehmer in den Räumen der Schulz-Dobrick GmbH, um sich über das Thema „Next Generation: Ab jetzt bin ich Chef...“ auszutauschen.

Bei Tapas und kühlen Getränken ließ es sich gut ins Gespräch kommen. Alexandra Rath und Stefan A. Wagemanns, die Organisatoren vom BVMW, freuten sich über den Zuspruch, den diese Veranstaltung bekommen hat.

Nach der ersten Runde leckeren Essens und lockeren Gesprächen zum Einstieg, fanden sich einzelne Vierergruppen zusammen, um gezielt über das Thema des Abends, die Nachfolge in Unternehmen und wie sie gut gelingen kann, auszutauschen. Dabei wurden Vorstellungen, Hindernisse und auch die ein oder andere Anekdote ausgetauscht. Durch das Ziehen von Karten mit unterschiedlich farbigen Kreuzen wurde gewährleistet, dass die Mischung der Gesprächsgruppen aus vier Teilnehmern dem Zufall überlassen wurde.

Roman Schulz-Dobrick und Christian Haack plaudern aus dem Nähkästchen der Unternehmensnachfolge

Im Anschluss an diese bereits intensive und aufschlussreiche Austauschrunde, startete die Podiumsdiskussion, bei der die Organisatoren des BVMW Roman Schulz-Dobrick, Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH und junger Nachfolger im Familienbetrieb, sowie den Coach und Buchautor Christian Haack zu ihren Erfahrungen befragten.

Zunächst erzählte Roman Schulz-Dobrick, wie die Unternehmensübergabe in seiner Familie und in der Firma vonstattengegangen ist und welche Wurzeln die Firma hat. Der Betrieb wurde ursprünglich im Jahr 1983 von seinem Vater und einem Freund gegründet, damals noch als „Die Mobilschreiner", bevor sie sich über den Zwischenschritt "Reichel & Schulz-Dobrick GmbH" als „RSD Systeme GmbH“ auf den Bereich Insektenschutzgitter spezialisierten. Beide Eltern waren  im Geschäft aktiv, der Vater als Geschäftsführer, die Mutter als Prokuristin. Ab Ende 2013 gehörte auch Romans Bruder Sebastian der Geschäftsführung an, schied aber dann Anfang 2016 aus der Geschäftsführung aus, dafür übernahm sein Bruder Roman. Inzwischen hat Sebastian Schulz-Dobrick ein eigenes Unternehmen gegründet. Seit dem 1.1.2018 firmiert das Familienunternehmen nun als Schulz-Dobrick GmbH.

Historisches, Herausforderungen & Hilfreiches aus Expertensicht

Inzwischen gehören knapp 50 Mitarbeiter der Firma an, viele davon bereits so lange, dass sich Roman Schulz-Dobrick erinnert „bei denen war ich als Kind auf dem Arm oder saß auf deren Schoß." Seit 2017 ist er nun – fast von einem auf den anderen Tag – nahezu allein verantwortlich für die Belange der Firma, auch wenn sein Vater immer noch als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Seine Mutter kann ihm leider nicht mehr Ratgeberin sein, sie erkrankte Ende 2014 so schwer, dass sie an den Folgen der Krankheit Ende 2017 starb.

Da Firma und Familie so eng miteinander verbunden sind, war und ist vieles stets auf beiden Ebenen zu bedenken. „Manchmal bin ich gerne Chef. Aber man ist nie fertig. Sobald ein Türmchen gerade steht, kippt das nächste schon um“, resümiert der seit Dezember 2017 alleinige Chef der Schulz-Dobrick GmbH mit einem Lächeln das Dasein als junger Unternehmer. Er ist froh, sich auf seine Mitarbeiter verlassen zu können, das hat er nicht nur in der schweren Zeit erleben können. Dabei sieht er auch seine Grenzen: „Ich kann auch nicht alles, Ihr wollt sicher nicht, dass ich Euch ein Fliegengitter zusammenbaue, das wäre eher moderne Kunst.“

Nützliches Schubladendenken für die Unternehmensnachfolge

Christian Haack kennt nicht nur diese Problematik, für sein Buch „Building Digital Leaders: Unternehmenswertsteigerung durch Digitalisierung“ hat er über drei Jahre lang Interviews mit Unternehmern geführt und viele Geschichten rund um die Firmennachfolge dabei gehört. Als Quintessenz daraus hat er „acht Bereiche, die jedes Unternehmen in der Schublade haben sollte“ identifiziert, um auf eine Unternehmensnachfolge vorbereitet zu sein:

  • Business Continuity Plan
  • Strukturen und Prozesse und deren Dokumentation
  • Cashflow
  • Umsatzsicherheit
  • Wachstumsmöglichkeiten
  • Lizenzen, die ans Unternehmen gebunden sind
  • Austauschbarkeit/Unabhängigkeit von der Person des Inhabers
  • Immaterielle Werte

Zum Schluss gab es noch eine Führung durch die Produktion, mit erklärenden Worten von Roman Schulz-Dobrick. Dabei wurde klar, dass unendliche viele Stellschrauben bei Unternehmensprozessen zu bedenken sind, die sich gegenseitig beeinflussen: Ob es die Planung der Produktionsabläufe aufs Jahr gesehen in einem saisonbestimmten Geschäftsbereich wie Insektenschutz betrifft, die besonderen Herausforderungen bei der Auslieferung großflächiger Schiebetüren für die aktuell modernen großzügigen Glasflächen oder die besonderen Belastungen, die bei dem manuellen Einzug von High-Tech-Geweben entstehen – um nur einige zu nennen.

Der Abend zeigte anhand des Beispiels der Firma und Familie Schulz-Dobrick, dass eine Unternehmensübergabe auch unter schwierigen Begleitumständen zu meistern ist. Neben der Geschäftsseite, die Christian Haack mit einigen Best-Practice-Beispielen beleuchtete, zeigte sich in den Gesprächen, dass auch die emotionale und familiäre Seite des Übergangs sorgfältig gestaltet werden muss.

 

Foto: Schulz-Dobrick GmbH

 

 

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