Herausforderung Gewerbekunden - für (fast) jedes Problem gibt's eine Lösung

...sagt Wolfgang Marquardt, Ansprechpartner und Problemlöser bei der Schulz-Dobrick GmbH für den Fachhandel und Gewerbebereich, im Interview. Bianca Bebermeier, Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr, entlockte ihm einige spannende Anekdoten über die ein oder andere Situation, die nach einer passende Insektenschutz-Lösung verlangte.

Seit 21 Jahren gehören Sie bereits zum Schulz-Dobrick Team, damals noch als RSD Systeme GmbH bekannt. Angefangen haben Sie als Monteur, richtig?

(lachend) Stimmt, ich bin schon etwas dabei. Ich habe sogar noch einen Stundenzettel von 1997, mit unendlich vielen Überstunden. Da war von Anfang an ganz schön viel zu tun, wir waren früher ja nur zwei Monteure. Im Winter habe ich dann drei Monate Urlaub gemacht. Montiert habe ich etwa sieben Jahre lang.

Nun sitzen Sie in der Auftragserfassung in der Abteilung Vertrieb Fachhandel. Was gehört hier zu Ihren täglichen Aufgaben?

Zu meinen täglichen Aufgaben gehören Händlerbetreuung, Händlerschulungen und Neher-Neuheiten bekannt machen. Die Schulungen können auch schon mal etwas größer ausfallen: Bei einer der letzten Neuheiten-Schulungen waren wir beim benachbarten Betrieb ACE im Schulungsraum, als etwa 130 Teilnehmer auf einmal geschult worden sind. Das war schon eine andere Nummer als sonst. Normalerweise haben wir so 20-30 Schulungsteilnehmer und dann mehrere Schulungen in einer Woche. Dieses Jahr werden unsere Schulungen einen anderen Schwerpunkt haben, im Bereich Online-Bestellungen. Da führen wir unsere Fachhändler ran, diesen neuen Bestellweg wahrzunehmen als Händler.

Auftragserfassung ist ein anderer täglicher Aufgabenbereich von mir. Da liegt das Interessante darin, dass die Wünsche des Kunden in eine maschinengerechte Sprache umgewandelt werden müssen. Täglich beschäftige ich mich damit, telefonisch, per E-Mail, oder per Zettel eingehende Aufträge zu übersetzen, damit die Produktion im Sinne des Kunden umgesetzt und die Maschinen richtig gesteuert werden können.

Dazu kommt die persönliche Beratung und Hilfe bei der Variantenfindung für unsere Fachhändler. Diese haben meist eine bestimmte Lösung im Kopf, so muss man manchmal aus drei Grundvarianten ein Element bauen – was machbar ist, aber nicht die Lösung, die wir unbedingt anstreben.

Vor allem unsere gewerblichen Kunden haben vor Ort meist Situationen, die immer wieder eine Herausforderung sind. Für welche gewerblichen Bereiche durfte die Schulz-Dobrick GmbH bereits produzieren?

Ein Beispiel sind die Aluminiumwerke: gerade dort wäre beispielsweise ein Insekt, dass in die hauchdünne Aluminiumproduktion gerät, ein Grund, eine ganze Charge wegzuschmeißen. Das muss unbedingt verhindert werden. Eine Besonderheit hierbei waren die vorhanden alten Stahlschwingfenster, die sich über die Mittelachse drehen und somit nach innen und außen schwingen. Hierzu wurden von uns Insektenschutzboxen vor dem gesamten Fensterbereich montiert, so dass sie trotz Insektenschutz aufgemacht werden können (s. rechts, zweites Foto von oben). 

In einem Wäschereibetrieb eines Krankenhauses standen wir vor der Herausforderung für ihre Kunststoff-Dachkuppeln eine Insektenschutz Lösung zu finden. Wegen der hohen Windbelastung und der Befestigungsproblematik auf dem Flachdach, haben wir uns hier für eine andere Insektenschutz-Variante als üblich entschieden. Wir erfanden hier eine Art Ziehharmonika-Lösung, wodurch sich das strapazierfähige Petscreen-Gewebe beim Öffnen der Kuppel spannt und beim Schließen nach außen wölbt (s. rechts, drittes Foto von oben).

In Kölner Kliniken haben wir sämtliche OP mit feinmaschigem Gewebe ausgestattet. Dort wird meist kein Fenster geöffnet, sondern hauptsächlich per Belüftungsanlage für frische Luft gesorgt. Durch maßangefertigte Spannrahmen vor den rechteckigen Lüftungsschächten haben wir das Problem eindringender Insekten in die Belüftungsanlagen schnell gelöst. Problematisch war dort, dass keine standardmäßige Befestigung möglich war. Da mussten wir eine kreative Lösung finden, die aus hygienischen Gründen keine spitzen Kanten, Löcher oder Ähnliches haben durfte. Diese Hygienevorschriften haben es zu einer zusätzlichen Herausforderung gemacht.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit Gewerbekunden: Gab es für alle Situationen eine Lösung, auch wenn die Vorschriften nicht immer einfach sind?

Nein, leider gab es nicht immer für alle Situationen eine Lösung. Aber für die meisten.

Ein Punkt, warum es manchmal nicht funktioniert, sind zum einen die Brandschutzbestimmungen. Ein Beispiel: Bei einem Getränkehersteller haben wir für die runden Dachfenster-Kuppeln den Insektenschutz sogar vor Ort rundgebogen. Leider hat die Feuerwehr unsere Insektenschutz-Lösung nicht zugelassen. Sie sagten, dass der Rauch dort im Brandfall nicht schnell genug abziehen könnte.

Ein weiteres interessantes Beispiel, wo es ebenfalls nicht immer hinhaut, sind unterirdisch gelegene Parkhäuser. Die haben zur Belüftung Luftschächte, in denen sich gerne Laub sammelt. Das möchte keiner. Hier muss dann der Architekt oder Bauherr prüfen, ob die Belüftungsfläche inklusive Insektenschutzgitter noch ausreichend ist. Mal reicht es, mal nicht, das ist sehr unterschiedlich. Selbst bei kleineren Parkhäusern z.B. in Mehrfamilienhäusern für circa 20 Fahrzeuge, wo nur ab und zu einer rein- oder rausfährt, ist hier eine Freigabe einzuholen.

Welches Projekt hat Ihnen am meisten Spaß gemacht? Welches ist Ihnen besonders im Kopf geblieben?

Da wäre mein persönliches Highlight, der Skywalk in der Uniklinik Düsseldorf. Dort war mit Katalogvarianten nichts mehr zu machen, es musste eine eigene Lösung her. Und die haben wir gefunden. (lächelt)

Wir haben auch viele Bäckereien mit Insektenschutzgittern versorgt. Unter anderem eine recht bekannte Printenbäckerei in Aachen. Dort wurden schon die ersten Pendeltüren von mir eingebaut, obwohl es die zu diesem Zeitpunkt noch nicht katalogmäßig gab.

Beim Deutschen Roten Kreuz in Langenfeld haben wir in der Begegnungsküche spezielle Pendelfenster mit Fluchtmöglichkeiten gesponsert. Durch die Mitgliedschaft meines Kollegen Frank Bohn ist die Zusammenarbeit mit dem Deutschen roten Kreuz sehr eng, wir sind deren Business Partner.

Was sind die besonderen Herausforderungen, die Gewerbekunden mit sich bringen?

Im Gewerbebereich gibt es viele gewachsene Strukturen, die katalogmäßig nicht zu lösen sind. Besonders Handwerksbetriebe, die es schon länger gibt, haben häufig mehrere Umbauten erlebt, da ist dann kein Fenster wie das andere. Da muss man sich viel einfallen lassen. Insbesondere Ausfallsicherheit und Handhabung spielen vielfach eine entscheidende Rolle.

Große Öffnungen wie Rolltore können wir mit Elektrorollos versehen. Damit keiner davorläuft, ist inzwischen ein Sichtband ins Insektenschutz-Gewebe eingesetzt und ein Schnelllauf-Motor eingebaut. Dieses ist ideal für große Produktionshallen, wo eine starke Wärmeentwicklung ist, dort kann durch unser Insektenschutz-Rollo eine großflächige Belüftung erfolgen.

Beliebt bei unseren Gewerbekunden mit Büros  ist vor allem Drehfenster, mit leichter Handhabung und einfach zu säubern für die Reinigungskräfte.

Gibt es Vorgaben, die je nach Bereich zu beachten sind? Stichwort HACCP/Hygieneverordnung

Brandschutz, wie oben genannt, Lebensmittelhygiene-Schutzverordnung, Datenschutz, CE-Kennzeichnung, Einweisung ins Produkt und seine Handhabung, Hygiene-Vorschriften im Krankenhausbereich, auch während der Montage. Um nur zu nennen, was mir auf Anhieb einfällt. Aufgrund langjähriger Erfahrung sind wir in vielen Bereichen routiniert und haben bisher fast jede Herausforderung gemeistert.

Wie sind die Rückmeldungen der Kunden zu den „einmaligen“ Produkten?

Einfach nur gut. Als Bestätigung sehen wir, dass viele Kunden nachbestellen. Sie haben die Vorteile unseres maßgefertigten Insektenschutzes kennen und lieben gelernt.

Wir haben in unserem Team viele Mitarbeiter, die schon über 15 Jahre mit dabei sind. Dieser große Erfahrungsschatz kommt unseren Kunden  zugute. Für die eine oder andere Denksportaufgabe haben wir schon oft eine Lösung gefunden. Selbst Situationen, die zunächst unlösbar scheinen, sind in unserem Repertoire enthalten und bereits erprobt.

Egal ob privat, Handel oder Industrie: Sprechen Sie uns an, wenn Sie professionelle Insektenschutzlösungen wünschen!

Vielen Dank für das Gespräch!

                                               

Fotos: Bianca Bebermeier, Schulz-Dobrick GmbH (1.) / RSD Systeme GmbH (2. & 3.)

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Wolfgang Marquardt, Ansprechpartner bei der Schulz-Dobrick GmbH für Gewerbekunden und Fachhandel sitzt am Schreibtisch und telefoniert
Schwingfenster in Seitenansicht, mit davor installierter Insektenschutzkonstruktion
Dach mit Dachhauben, die im geöffneten Spalt Insektenschutzgewebe installiert hat